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UNICEF Foto des Jahres

Die Preisträger*innen 2025

Mit der Auszeichnung "UNICEF Foto des Jahres" prämiert UNICEF Deutschland seit dem Jahr 2000 Fotos und Fotoreportagen, die die Persönlichkeit und Lebensumstände von Kindern weltweit auf herausragende Weise dokumentieren.

Der international renommierte Wettbewerb richtet sich an professionelle Fotograf*innen. Über die Preisvergabe entscheidet eine unabhängige Jury.

Wir stellen Ihnen hier sowohl die Siegerfotos, als auch Informationen zu den Fotograf*innen vor.

Die ausgezeichneten Arbeiten zeigen unterschiedliche Facetten der prekären Lebenssituation von Millionen Kindern weltweit, deren Rechte tagtäglich verletzt werden – und dabei allzu häufig unsichtbar bleiben.

Erster Preis (Gewinnerbild)

Girlhood in Afghanistan

Afghanistans Mädchen lernen – ein stiller Akt der Stärke / Elise Blanchard
  • Bild: ©Tdh/Elise Blanchard

Die zehnjährige Hajira lernt versunken in ihrem Zuhause, in einem abgelegenen Dorf östlich von Kabul. Während der Unterricht in den Grundschulen für Mädchen weiterhin möglich ist, dürfen sie ab dem Sekundarschulalter offiziell nicht mehr lernen.

Girlhood in Afghanistan

Afghanistans Mädchen lernen – ein stiller Akt der Stärke / Elise Blanchard
  • Bild: © Elise Blanchard

Auch Zahra, 11, wird bald keine Schule mehr besuchen dürfen. Sie lebt in einer abgelegenen Region in Afghanistan. Die französische Fotografin Elise Blanchard, dokumentiert seit sieben Jahren die Lebenssituation von Mädchen und jungen Frauen: In Kabul und in entlegenen Bergdörfern.

Girlhood in Afghanistan

Afghanistans Mädchen lernen – ein stiller Akt der Stärke / Elise Blanchard
  • Bild: © Elise Blanchard

Khudba, 10, konnte längere Zeit nicht zur Schule gehen. Stattdessen musste sie zu Hause harte Arbeit verrichten. Die Fotos von Elise Blanchard zeigen den bewundernswerten Durchhaltewillen der Mädchen in Afghanistan.

Die Fotografin

Elise Blanchard

Frankreich
  • Bild: © Roman Pilipey

Elise Blanchard, geboren 1991, studierte Journalismus in New York und Paris. In Afghanistan arbeitete sie zunächst als freie Fotojournalistin, dann zwei Jahre als feste Korrespondentin für Agence France-Presse in Kabul in der Zeit des Vormarsches der Taliban, und ist seither wieder als unabhängige Fotografin unterwegs. Ihre Arbeiten sind in nahezu sämtlichen führenden französischen und US-Zeitungen veröffentlicht worden, dazu in der ZEIT und der Neuen Zürcher Zeitung. Ein Buch über Blanchards Erlebnisse der vergangenen drei Jahre wird 2026 erscheinen.

Zweiter Preis

Mongolia’s children at risk: The devastating impact of air pollution

Wo sich der Himmel verdüstert, Mongolei / Natalya Saprunova
  • Bild: © Natalya Saprunova

Die Mongolei, einst berühmt für ihren „heiligen blauen Himmel“, hat ein gravierendes Umweltproblem. Das Verbrennen von Kohle zur Energiegewinnung verursacht eine Feinstaubbelastung, die zu außergewöhnlichen Raten an Lungenentzündungen, Asthma, Bronchitis und Herzkrankheiten führt. In einem Kindergarten der Hauptstadt sind Luftfilter aufgestellt, um die Schadstoffkonzentration zu mildern.

Mongolia’s children at risk: The devastating impact of air pollution

Wo sich der Himmel verdüstert, Mongolei / Natalya Saprunova
  • Bild: © Natalya Saprunova

Die Fotografin Natalya Saprunova hat in ihren Bildern festgehalten, wie die Luftverschmutzung auch Kinder trifft. Aus hunderttausenden Schornsteinen steigen braune Wolken in die im Winter bis zu minus 30 Grad kalte Luft auf.

Mongolia’s children at risk: The devastating impact of air pollution

Wo sich der Himmel verdüstert, Mongolei / Natalya Saprunova
  • Bild: © Natalya Saprunova

Vierjährige Mädchen werden mit Atemwegserkrankungen in Hospitäler eingewiesen, die Lungen von Kleinkindern werden geröntgt, jedes Jahr sterben Dutzende Menschen an Kohlenmonoxid-Vergiftungen.

Die Fotografin

Natalya Saprunova

Frankreich
  • Bild: © Vera Pakhai

Natalya Saprunova, geboren 1986, wuchs im russischen Murmansk auf. 2008 zog sie nach Frankreich, wo sie ihr Leben seit 2016 vollständig der Fotografie widmet. Sie studierte Dokumentar-Fotografie an einer Hochschule in Paris. Ausgezeichnet wurde sie für ihre Arbeiten, von denen viele in Sibirien entstanden, unter anderem mit dem Canon Female Photojournalist Grant. 2023 gewann sie den dritten Preis beim UNICEF Foto des Jahres mit einer Fotoreportage über das Leben der Evenken in Jakutien.

Dritter Preis

Children in Jharia’s Coal Mines Lose Childhood to Smoke, Fire and Endless Survival

Eine Kindheit zwischen Rauch und Feuer, Indien / Sourav Das
  • Bild: © Sourav Das

Sie atmen die heiße Luft von unterirdisch glimmenden Feuern. Kinder tragen Säcke statt Bücher, trinken verschmutztes Wasser und waten barfuß durch Schlamm. Statt der Glocke, die zum Schulbeginn ruft, hören sie die Spitzhacken in den Kohleminen. Das ist Kindheit in Jharia/Indien.

Children in Jharia’s Coal Mines Lose Childhood to Smoke, Fire and Endless Survival

Eine Kindheit zwischen Rauch und Feuer, Indien / Sourav Das
  • Bild: © Sourav Das

Sourav Das hat Kinder beobachtet, die in Ruinen wohnen, wenn Häuser und Hütten durch sich auftuende Risse im unterhöhlten Boden zusammenfallen. Manchen hat sich der Kohlestaub tief in die Gesichter gegraben, während sie über die Halden laufen. Oder aus den Eingängen zu den Kohlestollen kommen.

Children in Jharia’s Coal Mines Lose Childhood to Smoke, Fire and Endless Survival

Eine Kindheit zwischen Rauch und Feuer, Indien / Sourav Das
  • Bild: © Sourav Das

Der indische Fotograf dokumentiert ungefiltert die Kindheit in Jharia, bekannt und berüchtigt als „the burning city“, seit rund hundert Jahren eines der größten Kohlefelder Indiens.

Der Fotograf

Sourav Das

Indien
  • Bild: © Sourav Das

Sourav Das, 1984 geboren, hat einen Master-Abschluss Filmwissenschaft. Die Arbeiten von Das zeigen Empathie und Bewunderung für jene, die auch unter schwersten Bedingungen nicht aufgeben. So fotografierte er in der Corona-Zeit die Aktionen eines Lehrers, der die verschlossene Schule einfach ins Freie verlegte, um die Kinder weiterhin unterrichten zu können. 2021 wurde er dafür mit dem zweiten Preis beim UNICEF Foto des Jahres geehrt.

UNICEF Foto des Jahres

Können Bilder die Welt verändern?

Ein Gastkommentar von Peter-Matthias Gaede
  • Bild: © UNICEF/UNI275428/Müller

Können Bilder die Welt verändern, sie zu einer besseren machen? Es gibt diese Hoffnung. Und häufig wird sie enttäuscht. Eine spezielle Kraft aber können Bilder sehr wohl entfalten. Nicht nur emotional. Sie sind ja auch ein Medium für unser Wissen von der Welt.

Können die UNICEF Fotos des Jahres die Welt verändern? Wohl nicht das. Aber unsere Kenntnis von dieser Welt. Und unsere Einstellung zu dem, was sie uns zeigen. Sie zeigen uns Kinder, die unseren Respekt verdienen. Unsere Bewunderung. Unser Mitgefühl. Und wenn sie uns animieren, dort zu helfen, wo es nötig ist, dann sind sie doch immerhin ein Schritt, mehr Licht ins Dunkel zu bringen.

Peter-Matthias Gaede ist Mitglied des Deutschen Komitees für UNICEF, langjähriger Chefredakteur GEO Magazin und Jurymitglied des Wettbewerbs UNICEF Foto des Jahres.